#17 – DynaDeep
Shownotes
In dieser Folge nehme ich euch mit an den Strand von Spiekeroog – und wir tauchen gemeinsam tief unter die Oberfläche. Zusammen mit Dr. Jutta Niggemann erfahren wir, wie sich unter dem Sand Süß- und Salzwasser begegnen und welche Rolle die geheimnisvolle Süßwasserlinse dabei spielt. Wir sprechen darüber, warum gerade dieser Strand weltweit einzigartig für die Forschung ist und was das für unser Verständnis von Natur und Nachhaltigkeit bedeutet. Außerdem erfahrt ihr, wie Wissenschaft zum Anfassen im Nationalpark-Haus erlebbar wird und warum Forschung nicht nur etwas für Experten ist. Kommt mit auf eine Entdeckungsreise zwischen Dünen, Daten und spannenden Experimenten – es gibt viel zu entdecken auf Spiekeroog!
Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM), Universität Oldenburg https://uol.de/icbm
DynaDeep-Projekt https://uol.de/icbm/verbundprojekte/dynadeep
Nationalpark-Haus Wittbülten Spiekeroog https://www.nationalparkhaus-wittbuelten.de
NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) https://www.nlwkn.niedersachsen.de/
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Transkript anzeigen
00:00:00: Zur Ostspitze gehen und am Strand zurück.
00:00:02: Also was viel besseres,
00:00:03: finde ich, gibt es nicht!
00:00:05: Eine Leibenschaft
00:00:05: für den Ort,
00:00:06: für dem Lebensraum?
00:00:08: Das Licht ist immer anders
00:00:10: in Wollinformationen.
00:00:12: Moin
00:00:23: und herzlich willkommen im Westen der Insel heute.
00:00:27: Wir sind am Strand wir sind teilweise sogar Im Wasser unterwegs und vor allem sind wir vierundzwanzig Meter unter dem Strand unterwegs.
00:00:37: Das sind wir gemeinsam mit der Forscherin Dr.
00:00:40: Jutta Nickemann von der Uni Ollenburg, aber auch sie ist erstmal eingeladen mit unserer Startkategorie zu beginnen.
00:00:50: Jetzt kommt
00:00:52: Buddha bei die Fische im Schnefformat!
00:00:54: Ebbe
00:00:55: oder Flut?
00:00:56: Das ist schon mal schwierig... Also ähm... Ebbe Weil wenn ich auf Spiekeroog bin, bin ich am meisten da um am Strand proben zu nehmen.
00:01:08: Und dann ist es praktisch dass das Wasser nicht bis oben an der Hochwasserlinie steht weil ich dann an die interessanten Bereiche nicht rankomme.
00:01:15: Wenn ich Urlaub mache lieber Flut!
00:01:18: Ah okay... Die Urlaubs- und Arbeitsantwort.
00:01:23: Barfuß oder Gummistiefel?
00:01:25: Ich bin ein barfuß Typ und darf aber wenn ich mit meinen Stechlanzen am Strand bin, nicht barfuß laufen.
00:01:35: Also dicke Arbeitsstiefel mit Stahlkappe.
00:01:43: Ich bin tatsächlich diejenige, die meistens gutes Wetter hat, wenn sie an den Strand geht zum Arbeiten.
00:01:50: Aber ich kann auch friesenärzt.
00:01:58: Und trotzdem lieber die Daten in Ruhe im Büro auswerten oder lieber am Strand selber messen.
00:02:04: Lieber am Strand selbst messen, aber ich bin halt schon fortgeschritten in der wissenschaftlichen Karriere und dann ist es doch eher das erste Datenauswerten.
00:02:17: Und rüber auf die Inseln mit der Fähre- oder Memmatten-Express?
00:02:21: Fähren...Fähre ist irgendwie Kult!
00:02:25: Wir haben ja auch unsere kleinen ICBM-Boote.
00:02:28: Das macht auch Spaß.
00:02:30: Also von unserem Institut, die kleinen Forschungsschiffe.
00:02:36: Das war Boda bei Fische im Schnellformat!
00:02:39: Ja danke schon mal für die erste Runde aber jetzt stelle dich doch mal kurz vor mit wem haben wir es heute zu tun?
00:02:45: Genau ich bin Jotani Gemann.
00:02:47: Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Chemie und Biologie des Meeres Und bin seit den ganz frühen Anfängen in Deiner Dieb dabei als Wissenschaftlerin.
00:03:01: Jetzt nehmen wir uns mal
00:03:02: mit.
00:03:03: Wenn ich Strand Richtung Ostspitze laufe, dann steht da irgendwann so ein großer gelber Klotz rum?
00:03:12: Ich habe schon so einen Gefühl.
00:03:13: in Strandkorb ist es nicht und Sprungturm ist es auch nicht.
00:03:19: Was sehe ich da genau wenn ich jetzt noch nicht hingelaufen bin?
00:03:23: und was macht das Ding
00:03:25: da?!
00:03:27: Ja, dieser große gelbe Container auf dem Fall.
00:03:30: Das ist unser Messfall und der wurde zu Beginn von Deiner Dieb dort installiert vom NLWKN Und dieser Turm steht da und der ist autark als er hat eine eigene Energieversorgung und was er hauptsächlich macht ist dass er den Strand beobachtet und zwar rund um die Uhr und damit liefert er uns ganz wertvolle Daten über die Dynamik, die wir ja an diesem Strand beobachten auch über Minuten.
00:04:02: Also der nimmt.
00:04:02: zum Beispiel ist da eine Kamera installiert, die nimmt alle zehn Minuten ein Foto.
00:04:07: Da brauchen die Touristen jetzt keine Angst zu haben weil alles was sich bewegt muss verpixelt werden aus Datenschutzgründen.
00:04:14: aber aus diesen Fotos können wir dann rekonstruieren wie sich am Strand der Sand verlagert, wie sich die Rinnen bilden und so das zum Beispiel.
00:04:23: Okay, und wenn ich es richtig verstehe interessiert euch was in diesem Sand auf dem ich gemütlich mein Handtuch liegen habe.
00:04:30: Was da unter meinem Handtug passiert?
00:04:33: Genau!
00:04:33: Und zwar richtig tief.
00:04:35: Also wir machen schon lange Forschung am Strand von Spiekhoek am Nordstrand und wir konnten immer nur so die oberen zwei maximal drei Meter, wenn wir tief gebuddelt haben uns angucken.
00:04:46: Und mit Deiner Dieb haben wir jetzt diese Brunnen installiert und können bis tatsächlich, bis vierundzwanzig Meter Tiefe das Wasser im Strand untersuchen.
00:04:58: Warum
00:04:58: interessiert euch das?
00:05:00: Also erstmal der Strand ist gesättigt.
00:05:02: Der ist wirklich gesettigt mit Wasser.
00:05:06: Wir haben Salzwasser und wir haben Süßwasser.
00:05:08: Und was uns speziell an diesem Strand interessiert ist, dass wir unter Spiegelok haben eine Süßwassalinse.
00:05:15: Das heißt, der Regen, der auf die Insel fällt, der sickert in die Dünnen und sammelt sich dann in der Insel an.
00:05:22: Die Insel ist ja ein großer Sandhaufen.
00:05:25: Und es fällt noch mehr Regen als letztendlich entnommen wird zum Trinken oder was verdunstet.
00:05:35: Dieser Überschuss fließt unterirdisch ab und zwar durch den Strand Und wir haben aber ja auch das Meerwasser, was in Richtung Insel immer wieder angediefert wird.
00:05:48: Und dieses Salzwasser und das Süßwasser, das mischt sich dann im Strand.
00:05:53: Also im tiefen Untergrund haben wir eine Mischungszone von Meerwasser und von Süßwassern.
00:06:00: Und weil diese unterschiedlich sind, diese Wässer passieren da sehr viele Dinge und dadurch wird die Zusammensetzung von dem Wasser, was vom Land ins Meer ausströmt verändert.
00:06:12: Aber das heißt euch interessiert, wie unter dem Strand
00:06:16: sich
00:06:16: Süß- und Salzwasser mischen?
00:06:18: Genau!
00:06:19: Das ist der Kern des Projekts genau.
00:06:23: Und das Schöne an Spiekeroog ist, dass weltweit der einzige Standort, an dem wir in so großer Tiefe diese Prozesse untersuchen...
00:06:34: Was ist die Erkenntnis, die ihr euch erhofft und hilft dir mir danach irgendwas?
00:06:39: Also die Erkenntnis, wir machen ja Grundlagenforschung tatsächlich.
00:06:46: Wir sind nicht primär angewandt unterwegs, dass wir jetzt irgendwie nächste Woche was Tolles erfinden daraus.
00:06:52: Wir machen Grundlagen-Forschung und bei uns steht im Vordergrund das wir Prinzipien verstehen und Mechanismen verstehen und dann in der Lage ist es irgendwie auf andere Systeme zu übertragen.
00:07:06: Kann ich sagen, ihr guckt wie gut filtert der
00:07:12: Strand
00:07:13: in der Tiefe.
00:07:16: Die Nährstoffe alias den Dünger.
00:07:19: Alias-Nährstoffen klingt immer so positiv.
00:07:21: aber eigentlich sprechen wir davon dass wir gerade das Meer kaputt machen mit dem Düngern.
00:07:27: Wie gut es filtert?
00:07:29: Ein Filter ist rein physikalisch.
00:07:31: Ein Filter nimmt Partikel raus und lässt das Gelöste weiter.
00:07:36: Reaktor ist schon der richtige Begriff, weil es passiert was.
00:07:39: Es passieren chemische Reaktionen, Mikroorganismen leben im Strand die Umwandlungsprozesse durchführen.
00:07:49: also es ist nicht kein passiver Filter sondern es ist schon wirklich ein aktiver Reaktors.
00:07:55: Ja, nachdem wir das uns alles von Jutta haben erklären lassen bin ich dann noch ins Nationalparkhaus gefahren und habe zwanzig getroffen die uns erzählt was man über Deiner Dieb nämlich in der Ausstellung vom Nationalpark Haus aus sehen kann.
00:08:10: Die ist ja komplett neu gemacht die Ausstellung mit ganz ganz vielen coolen Mitmachelementen.
00:08:16: Man kann den Wasserhahn drehen wenn man Wissensdurst hat.
00:08:21: Man kann einen Drohnenflug über die Insel machen.
00:08:25: Es gibt einfach super viel zu entdecken und eben auch Dinge über Deiner Dieb, und davon erzählt uns Warnthier noch.
00:08:33: Was kann ich als Gast auf der Insel in der Ausstellung über Deine Dieb erfahren?
00:08:38: Du kannst da in der ausstellung die Grundinformation tatsächlich dir aneignen warum deiner Diebe hier forscht.
00:08:46: also es geht eben darum den Austausch von Süßwasser von der Insell in der Vermischungszone von Salzwasser aus dem Meer zu verstehen, was dort für Prozesse ablaufen und warum das relevant sein könnte.
00:09:00: Und dass es bei uns in der Ausstellung so zusammengefasst ist, dass eben auch nicht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern das verstehen können und eine Idee davon bekommen, warum das wichtig sein kann.
00:09:13: Für uns ist es absolut Interessant immer wieder mitzubekommen, wie Entwicklung und Forschung vor Ort funktioniert.
00:09:22: Es ist dann auch so wenn die in unseren Laboren sind und da den Hexenkessel am Laufen haben, dann dürfen immer Schülerinnen und Schüler von der Hermann-Liedschule mal gucken und sie kriegen Informationen dazu.
00:09:33: Manchmal gibt es Vorträge von den Forschenden für unsere Gäste Und das finde ich ganz wichtig, dass eben Forschung nicht nur etwas Abgehobenes ist was im Labor stattfindet sondern auch verstanden werden kann warum es wichtig sein kann.
00:09:46: Das heißt im Prinzip ist es ein bisschen Forschung zum Anfassen?
00:09:49: Ja so kann man das nennen!
00:09:52: Von Zwarntje und dem Nationalparkhaus.
00:09:55: nochmal zurück zu Jutta die uns erzählt was sie neben dem gelben Messfall noch alles am Strand haben.
00:10:01: Wir haben ja nicht nur den Messfall wir haben ja diese Brunnen gucken tatsächlich aus dem Strand raus.
00:10:06: Also diese blauen Säulen, die da rausgucken sind drei.
00:10:10: Das sind unsere fest installierten Brunnen und wir haben auch noch die Elektrodenketten, das ist so eine rote Säule, so eine orangschrote S säule und da geht tatsächlich so ein Elektronenkette in die Tiefe und die misst auch ich glaube alle zwölf Stunden misst die Leitfähigkeit zur Verteilung im Strand Und dies gibt uns nämlich super Aufschluss darüber, wie der Salzgehalt verteilt ist in dem Porenwasser im Strand.
00:10:43: Also das haben wir auch noch und wir haben ja den Container oben an den Dünen stehen während der Nichtsturmflut-Saison wo wir auch ein bisschen dazu erklären was wir so machen.
00:10:53: da sind paar Poster drauf und da kann man ein bisschen lesen es auch einen QR Code mit dem Link zu unserer Homepage und so und da drin steht auch immer die Bohrampel Also die kleine Bohrraube, die steht da drin.
00:11:07: Warum seid ihr eigentlich genau da gelandet?
00:11:09: Ist es einfach vom Wittbölden aus straight rüber und nicht so sehr Hauptstrand und nicht viele Touristen?
00:11:17: also das ist jetzt nicht...
00:11:19: Nein, nein!
00:11:19: Das wichtig ist für uns.
00:11:21: ja wir müssen ja da sein wo die Süßwasser-Linse auch tatsächlich noch austritt Und auf der Ostplatte, da sind auch schon kleine Süßwasserlinse.
00:11:33: Aber die sind noch nicht verbunden und noch nicht groß genug.
00:11:37: Die große zentrale Süßwasser-Linse tritt an dieser Stelle aus.
00:11:45: Am Touristenstrand geht natürlich nicht.
00:11:46: Man kann es nicht direkt am Hauptstrand.
00:11:48: Deshalb sind wir so, dass das ein Kompromiss ist.
00:11:50: Es ist auch noch kein Naturschutzgebiet, also Ruhezone, sondern dazwischen.
00:11:57: So konnten wir auch noch die Lage klären, warum sie ausgerechnet da forschen.
00:12:03: Aber auch das Gespräch hat irgendwann mal ein Ende und damit kommen wir zu unserer letzten Kategorie – mach doch mal fertig!
00:12:28: Eine ganz tolle Insel.
00:12:30: Ja Mensch, ganz vielen Dank dass du uns ein bisschen mitgenommen hast zu dem Messpfal und erklärt hast was ihr euch da genau anschaut, was da unter dem wie Du es genannt hast großen Sandhaufen so alles los ist.
00:12:48: und wir wünschen Euch Einerseits frohes Forschen und andererseits natürlich, dass ihr immer wieder Touristen habt die euch trotzdem ausquetschen auch wenn es euch von der Arbeit abhält.
00:13:01: Touristen sind immer herzlich willkommen am Strand!
00:13:04: Wir beantworten gerne alle Fragen.
00:13:07: wir haben auch dafür haben wir immer Zeit.
00:13:09: Vielen Dank!
00:13:11: Danke auch!
00:13:12: So viel für heute vom Strand von Jutta von Zwarntje Mit der klaren Empfehlung geht ins Nationalparkhaus.
00:13:21: Im nächsten Monat treffe ich mich mit dem Inselboten, mit Hartmut Brings.
00:13:27: Der hat auch immer wieder mit der Frage zu tun wie kann er was Komplexes so erzählen?
00:13:31: So berichten das es im Inselboten spannend ist und was macht eigentlich guten Lokaljournalismus aus?
00:13:38: Darüber habe ich mich damit mit ihm ausgetauscht.
00:13:40: Seid also auch nächstem Monat wieder dabei wenn's natürlich Spiekeroog heißt!
00:13:44: Machts gut euer Daniel.
00:13:46: Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und wünschen Ihnen einen angenehmen Aufenthalt auf der grünen Insel Spicot.
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